Kann die Heizung einer alte Elektronen-Röhre so hell leuchten, dass man damit einen Raum beleuchten könnte ?

Wer noch in Erinnerung hat wie es aussah wenn man in den 60er- und 70er Jahren mal die Gelegenheit hatte, hinten in ein Fernseh-, oder Radiogerät hineinzuschauen, der kennt das hübsche Glimmen der Röhren-Heizungen. Da gibt es die ganz alten Röhren der ‚A‘-Serie, die mit 4V Heizspannung betrieben werden. Dann gibt es die ‚E‘-Serie (ECC-, ECH-, EL-), die mit 6,3V betrieben wird. Und dann die ‚P‘-Serie, die mit 40V beheizt wurde. Aus der Serie stammt denn auch meine ‚Lieblings-Röhre‘ – eine PL519. Die steckte in der Zeilenendstufe eines Farbfernsehgerätes und sorgte mit dafür das die 27 – 36KV erzeugt wurden.
Aber damit ist dann auch schon die obige Frage beantwortet : „Nein, man kann damit ganz sicher keinen Raum beleuchten !“

„F A L S C H  ! “ M a n  k a n n  ! ! 

Ich habe mir eine, seit Jahren im Kellerregal stehende, Telefunken RS329 vorgenommen und mich geraume Zeit gefragt, wie ich die denn zum Leuchten bringen könnte. Bei der Röhre handelt es sich um eine Sende-Triode aus Mitte der 30er-Jahre. Allein der Glaskolben ist 32 cm hoch. Nach meiner Recherche wird die Röhre mit einer Spannung von 23 V betrieben. „Das sollte möglich sein.“  Allerdings hat diese Röhre mächtig viel Hunger und möchte daher mit richtig viel Strom gefüttert werden. So werden 13,5 Ampere benötigt. An der Stelle hört dann der Fundus der eigenen Bastelkiste auch ganz klar auf.    320 VA auf der Sekundärseite zu liefern, bedarf schon einigen Aufwandes.

Die Lösung ist aber trotzdem relativ simpel; so muß man lediglich einen Trafo finden, der eben diese Leistung liefern kann. Das ist an sich nicht so schwer – hat allerdings dann auch seinen Preis. Ich bin zu einem akzeptablen Preis an einen 24V, 16,67A-Trafo aus deutscher Herstellung gekommen. Da er 24V liefert, die Röhre aber nur 23V benötigt, war ich mir nicht so ganz sicher ‚ob ich das wagen sollte. Ich habe daher sicherheitshalber im ersten Test-Aufbau auf der Primär-Seite des Trafos neben einer alten Keramik-Schraubsicherung, gleich auch noch einen 500VA-Dimmer mit eingebaut.

Vor dem ersten Einschalten habe ich den ganz runtergedreht. Wie ich dann nachgemessen habe, kamen auf der Sekundär-Seite noch 10V an.
Die folgenden Fotos sind das Ergebnis eben dieser 10V – und man kann schon klar erkennen „Mit dieser Röhre lässt sich durchaus ein Raum erhellen !“ Noch heller wäre ohnehin für die Fotos nicht sinnvoll gewesen, da immer automatisch auf ’normale‘ Helligkeit geregelt wäre. Entweder wäre dann die Röhre im Licht verschwunden, oder die Umgebung in der Dunkelheit -.  Und noch etwas: man kann auch gleich den Raum damit gut beheizen 😉
Natürlich habe ich dann auch mal die volle Leistung drauf gegeben. Gleißende Helligkeit ist das Ergebnis. Unglaublich was da für ein Licht freigesetzt wird. Allein zum dekorativen Gebrauch – das ist der bisherige Sinn – reichen aber 15V Spannung vollständig aus. Das schont dann auch das kostbare ‚Teil‘.
Andererseits: Früher – beim Militär – wurde das für den Funkkontakt der Feststationen mit ihren weltweit laufenden Schiffen eingesetzt. Und nach den bisherigen Informationen, wurden mit dieser Röhre 1600 Watt PEP auf die Antenne gebracht (!).
Eine weitere Anwendung fand man damals in Diametrie-Geräten – also bildgebenden Röntgenapparate. Auch dort wurde diese immense Leistung gebraucht.

Mein Experiment hat gleich auch einen namhaften Bewunderer gebracht= „Burkhard Kainka“, der mich fragte ob er denn meine Fotos auf seiner Seite, die sich ebenfalls mit dem Leuchten der ‚dicken Dinger‘ beschäftigt, mit aufnehmen zu dürfen.. Burkhard Kainka ist ein in einschlägigen Fachmagazinen bekannter Redakteur und Elektronik- (Bausatz-) Entwickler. Einfach mal gegoogelt und man wird mit seinem umfassenden Wissen konfrontiert. Zudem ist Burkhard Amateurfunker – wie ich und wir sind ‚zufälligerweise‘ im gleichen Ortsverein. Hier die angesprochene Seite von ihm: Die dicke Röhre (b-kainka.de)

Im August 2022 habe ich dann den Holzklotz, auf dem die Röhre montiert war, gegen das Gehäuse einer Taubenuhr (Konstatier-Uhr) ausgetauscht. Dabei befindet sich die Röhre oben auf dem Gehäuse und im Inneren des Holz-Gehäuses von 1965 befindet sich passgenau der große Trafo, wie auch der Dimmer und die zugehörige Verdrahtung. „Sehr hübsch !“ Hat auch was von ‚Steam-Punk‘.

Um so richtig die ganze Pracht sehen zu können: einfach auf eines der Fotos klicken.